Waidhofner Stadtnachrichten, 19. Dezember, 2020

[a:bua] – Zukunft

Zukunftspreis für GeWoZu

Bereits zum fünften Mal werden auch heuer wieder Menschen für ihre besonderen Leistungen in den Bereichen Kultur, Sport, Zukunft und Soziales mit dem [a:bua] ausgezeichnet. Auf unserer Website sowie unserer Stadtnachrichten-APP stellen wir nun jeden Tag einen Preisträger vor.

Zukunfts [a:bua] für den Verein GeWoZu

Der Verein GeWoZu („Gemeinschaftlich wohnen – die Zukunft“) rund um Obmann Jakob Anger zeigt mit seinem Hausprojekt auf, wie zukunftsfähiges, nachhaltiges Wohnen sein kann. Für dieses herausragende und innovative Projekt wird dem Verein „GeWoZu“ der Zukunftspreis verliehen. Unterschiedliche Menschen arbeiten gemeinsam, zielstrebig und mit vollem Einsatz an ihrem Traum: miteinander und nicht nur nebeneinander wohnen – und das in der Stadt, die alles für ein achtsames und gutes Leben zu bieten hat. Verwirklicht werden kann dieser Traum, weil eine kleine Gruppe rund um Jakob Anger vor drei Jahren die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens gebar und den Verein GeWoZu gründete. In der Sergius-Pauser-Straße auf einem 2.622 Quadratmeter großen Grundstück entsteht nun das Wohngebäude in sonniger und stadtnaher Lage, das 12 Parteien Raum für privates Wohnen und gemeinschaftliches Zusammenleben bietet. Der Einzug ist für Sommer 2021 geplant. Jakob Anger, 1985 in Waidhofen a/d Ybbs geboren, besuchte die HTL in Waidhofen und studierte im Anschluss Technische Physik an der TU Wien. Nach Jobs bei ZKW Wieselburg und IFE-Doors Kematen ist er nun bei der Seisenbacher GmbH in Ybbsitz tätig. Mit seiner Frau Verena und den beiden gemeinsamen Söhnen lebt er in Waidhofen – für ihn, wie er sagt, ein Traumort zum Leben. Daher war es für seine Familie und ihn ein großes Anliegen, nach Ausbildung und ersten Jobs hier herkommen zu können. „Wir haben hier alles was wir zum Leben brauchen, es tut sich immer etwas, es ist wunderschön und die Natur rundum macht das Leben hier perfekt“, so Anger. Umwelt- und Klimathemen liegen Familie Anger besonders am Herzen. „Ich denke jeder Mensch muss die vorhandenen Fakten zum Klimawandel selbst bewerten und seine Schlüsse daraus ziehen. Für meine Frau und mich war es vor ein paar Jahren so, dass wir mit der bestehenden Situation nicht zufrieden waren. Daher haben wir angefangen unseren CO2-Fußabdruck zu verkleinern und haben aufgehört darauf zu warten, dass es jemand anders für uns macht. Begonnen haben wir mit der Mobilität und ich bin sehr froh, dass der 2016 gegründete Carsharing Verein momentan 24 Mitglieder hat“, erzählt Anger. So ist es nur mehr als glaubwürdig, dass er sich ein Zitat von Mahatma Gandhi als Lebensmotto ausgesucht hat, der da lautet: Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst.

Gemeinschaftlich wohnen auf der Zell

Verändern wollte Jakob Anger auch etwas an der Wohnsituation seiner Familie und damit gleichzeitig Gleichgesinnten die Möglichkeit auf leistbaren und nachhaltigen Wohnraum sowie generationsübergreifendes Zusammenleben bieten. Die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens ist es, dass jede Partei ihren eigenen, privaten Wohnraum hat. Dieser kann kompakt und dadurch leistbar gestaltet werden, denn zusätzlich zu den Wohnungen gibt es Gemeinschaftsräume, die sich die Bewohner teilen. Als gemeinschaftliche Flächen gibt es unter anderem eine große Gemeinschaftsküche, ein Büro, eine Werkstatt oder auch ein Gästezimmer. Der große Garten soll ebenfalls gemeinschaftlich genutzt werden können. Außerdem geht es darum, die Nachbarschaft aktiv zu leben – das heißt, sich zum Beispiel auch immer wieder gegenseitig zu unterstützen Die Planung und Durchführung wird in soziokratischer Weise umgesetzt, das Wissen, das Können und das Engagement jedes und jeder Einzelnen fließt mit ein. In der gesamten Planung und Umsetzung wird großer Wert auf ökologisches und sozioökonomisches Denken gelegt und ein nachhaltiger und bewusster Lebensstil steht bei allen Überlegungen im Vordergrund. „Auch wenn diese Form des Wohnens noch nicht so weit verbreitet ist, so bin ich doch davon überzeugt, dass diese innovative Wohnform aus ökologischer und sozialer Sicht die Zukunft ist!”, freut sich Barbara Moser, die mit ihren beiden Kindern in das Haus einziehen wird. „Ich fühle mich geehrt, dass unser Projekt für den Preis nominiert und ausgewählt wurde. Die Ausgezeichneten aus den Vorjahren haben mich beeindruckt und sind Vorbilder in der Region. Daher freut es mich umso mehr, dass auch unser Projekt in diese Reihe Einzug findet. Es zeigt, dass wir auf einem Weg in eine positive Zukunft sind”, so der Zukunftspreisträger Jakob Anger.